kannze purzelbaum? mach ma!

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wo wohnt derrick?

Veröffentlicht von Matthias Wolff am 19. Januar 2012
Posted in: alltag ein - tag aus. Hinterlasse einen Kommentar

wo wohnst du?
seltsame frage an jesus im letzten sonntagsevangelium.
es findet sich ja auch wirklich nicht viel bis gar nichts privates über ihn in seiner biographie, der bibel.
eigentlich wie bei derrick. da erfuhr man auch jahrelang während der serie nie etwas über den privatmann. wo er wohnt, ob er ein wannenbad oder nur eine dusche hatte, wie und mit wem er lebt, ob und wie er liebt… nur immer büro, tatort und harry, der den wagen holte.

und jesus? auch so ein serienheld?!
immer unterwegs – hier eine podiumsdiskussion in einer synagoge – dort ein arbeitsessen mit pharisäern – eine schulung für seine anhänger – dann ein event ‘umsonst und draussen’ an einem see – eine heilung hier und ein wunder dort…
aber etwas über ihn privat, wo er wohnt? eher fehlanzeige.

gut, das hab ich schon auch früher gehört: jesus wohnt im tabernakel – diesen ‘goldschmiedebrotschrank’ in katholischen gotteshäusern; jesus wohnt in deinem herzen; jesus lebt in der gemeinschaft der glaubenden…
alles schön und gut. aber auch alles nur wie bei derrick, alles dienstlich!
nicht mal was, ob jesus abends nach so einem wundertag zum feierabend selbst gekocht hat; oder überhaupt, was sein lieblingsessen war; wie sein wohnzimmer aussah und welche musik er hörte; ob er gern ins kino, bzw. amphitheater ging und wer seine lieblingsdramatiker etwa waren; ob er hobbys hatte so als zimmermannssohn – vielleicht angeln…
da ist die frage dieser männer doch berechtigt. da ist doch verständlich, dass sie mehr google-mäßige info über den mann wollten, der behauptet, er sei der weg und dass man ihm folgen solle?!

seit über 30 jahren laufe ich diesem jesus nun nach und komme erst jetzt auf die frage: wohin eigentlich?

dazu fallen mir geschichten über ihn ein: bei maria und martha, die berufung seiner jünger, der besuch bei der schwiegermutter von petrus, der hauptmann von kafarnaum, ostern in jerusalem…
sehnsucht erwacht. sehnsucht mehr zu wissen, näher zu kommen. sehnsucht verdrängt die frage ‘wo wohnst du?’ durch die hoffnung auf ein ‘endlich ankommen – nach hause’.
wann sind wir da? diese alte kinderfrage…

reichlich ratlos hat das jahr begonnen. es hat mich innerlich unruhig gefunden.
wann bin ich endlich da? wann bin ich zu hause?
wo ist das? was ist das?

ankommen oder weiter?
wieder aufbrechen?
laufen, nachfolgen?

die serienhelden reiten an dieser stelle wohl in den sonnenuntergang.
oder sagen: harry, hol schon mal den wagen.

und was sagt jesus mir? dieses jahr?
zu dir oder zu mir!

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O wie ist die Luft so linde

Veröffentlicht von Matthias Wolff am 14. Januar 2012
Posted in: noch ein gedicht. Hinterlasse einen Kommentar

O wie ist die Luft so linde,
Und der Himmel rein und blau!
O wie sind die Morgenwinde
Schon so weich und maienlau!
Ist der Winter schon geschlagen?
Bricht der Frühling schon herein
Mit den holden Blumentagen,
Mit dem hellen Sonnenschein?

Siehe, wie die Knospen schwellen,
Von der milden Luft berührt,
Von dem früherwachten, hellen
Sonnenglanze leicht verführt!
Ach! und doch so bald verglommen
Ist das trügerische Licht:
Heulend wird ein Sturm noch kommen,
Der im Keim die Blüthen bricht.

Arme Blume, die dem Kosen
Dieser Luft zu früh geglaubt!
Bald in Schnee und Sturmestosen
Sinkt dahin dein zartes Haupt;
Wie ein Herz, das froh und muthig
Traute auf den goldnen Schein,
Aber nun, zerrissen, blutig,
Weint in dunkler Nacht allein.

[Julius Wilhelm Fischer]

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abgesenkte bürgersteige

Veröffentlicht von Matthias Wolff am 25. Dezember 2011
Posted in: Ich Sach MAL SO. 1 Kommentar

ich ärgere mich immer wieder über autos, die abgesenkte bürgersteige an strasseneinmündungen zuparken. sogar wütend werde ich, wenn ich mütter mit kinderwagen an solchen stellen erlebe, denen dort der weg versperrt wird.
die strassenverkehrsordnung ist eindeutig: das parken an abgesenkten gehwegen ist verboten!
ich gehe jetzt mal davon aus, dass maria mir ihrem ersten kind diese probleme nicht hatte. vor der krippe in betlehem wird es keinen bürgersteig oder parkenden autos gegeben haben.
hätte aber!
gott vater hätte dann aber sicher wieder was gedreht! eine feuersäule oder das meer geteiltt… eine flut und ein boot für die junge familie. tricks hat er sich ja genug im laufe der geschichte einfallen lassen, um je neu zu versuchen, mit den menschen freundschaft zu halten.
wobei: gebracht haben die großen gesten ja alle nichts – auf dauer! da wirkt die geburt eines kindes in einem stall schon fast resigniert! ein kind als retter der welt? das ist eigentlich nicht mehr spektakulär! kein flammenschwert, keine flut mit hausboot, kein feuer, kein ersäuftes ägyptisches militär, kein manna…
diesmal nur ein mensch!
nur?

klar es gibt menschen, die z.b. ihr auto so lieben, dass sie ihm einen namen geben, mit ihm per du sind und es gegen jede frau mit kinderwagen bis zum letzten verteidigen würden; andere, die liebevollste beziehungen zu ihren handys, i-pods oder pc’s unterhalten…
auf- und anregender finde ich aber das zusammen-sein mit jemand mit haut und haaren!
ich hab oft schon gesimst: ‘ich hab sehnsucht nach dir’, wenn wir – also wir zwei – uns einige tage nicht gesehen haben.
einmal ist es meine sehnsucht nach dem einen liebsten menschen, das andere mal sehnsucht nach den anderen menschen, den freunden, mit denen ich zeit und leben teile.
andere machen mein leben reich und lebens-wert. freunde, mit denen ich mich austausche, mit denen ich lache, mit denen ich streite; die, denen ich leibhaftig begegnen, die ich sehen, hören und fühlen kann – zusammen sein!
wenn nicht, wächst sehnsucht.

wird gott darum mensch? aus sehnsucht, sehnsucht nach freundschaft mit mir? zusammen sein, damit ich bin?
gott schuf den menschen als sein abbild, sein gegenüber und du in der schöpfung. deshalb seine, deshalb meine sehnsucht nach freundschaft und dem du?!
was versucht gott nicht alles, um mir seine freundschaft klar zu machen: die eindrucksvollsten bilder und kulissen in der natur, meer, berge, blumen, essen, wein… die wundervollste kunst und musik… mein leben, meine talente meine fähigkeiten. mein spektakuläres leben im alltag (auch ohne feuersäule auf meinem balkon – ein sonneruntergang am strand von bray dunes genügt mir).
aber es scheint wie im alten testament: diese eindrücke sind nicht immer von dauer – bei mir.
gott wird mensch, weil er sehnsucht nach mir hat. gott wird mensch, weil der mensch die sehnsucht gottes ist.

sehnsucht – vielleicht liegen sich deshalb zu weihnachten die menschen besonders herzlich und viel in den armen?! weil in einem kleinkind gott seine unschuldige, unspektakuläre, unscheinbare, aber sehr zärtliche liebe, freundschaft und umarmung anbietet; weil wir uns zu diesem fest erinnern an seine und unsere sehnsucht?
keine feuersäule, keine bootstour! mit einer winzigkeit kommt gott in mein (manchmal beschissenes) leben: mit einem kind, klein und menschlich, mit (vollen) windeln und unfertig; in meinem freund, meinem nachbarn oder arbeitskollegen; mit einer zärtlichen umarmung des liebsten; unspektakulär und riesig klein.
alltäglich – wenn ich mal den weihnachtsrummel der jahrhunderte abziehe.

ich muss schon was besonderes sein, wenn gott sich so etwas ‘kleines’ für mich einfallen lässt.
gott hat sehnsucht nach dem besonderen – gottes sehnsucht ist der mensch!

gott hat echt phantasie – abgesenkte bürgersteige…

na dann! frohes fest!

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gott vertrauen? mach mal!

Veröffentlicht von Matthias Wolff am 18. Dezember 2011
Posted in: Ich Sach MAL SO. Hinterlasse einen Kommentar

kannze purzelbaum? mach ma! – hätte der engel auch sagen können! hat er aber nicht, sondern überliefert ist die heimsuchung mariens anders bei lukas (Lk 1, 26-38).
mich erinnert das trotzdem an meine kindheit und diese frage, ob ich diese ‘kindersaltos’ kann. ich habs einfach gemacht, wie ich es bei den anderen gesehen habe. die bestnote gabs nicht dafür. aber es hat irgendwie funktioniert.
maria hats eigentlich auch nicht anders gemacht. zwar fragt sie noch etwas unsicher nach, macht es dann aber einfach mal: angstfrei, mutig, vertrauend, ins ungewisse – diese rolle vorwärts.

vertrauen ist gut – kontrolle ist besser?! genau das gegenteil! hätte maria sich danach verhalten, dann wäre es wohl nix mit weihnachtsbaum und christstollen nächstes wochenende.
dieser mut, dieses gott-vertrauen!
der pure wahnsinn eigentlich, auf den ich mich da mit diesem gott eingelassen habe.

eine geschichte, an der sich die geister scheiden. eine ledige und in wilder ehe lebende schwangere… ein kind, das die rettung der welt sein soll… ein wanderprediger und produzent von kalendersprüchen… ein am kreuz hingerichteter revolutionär und pseudosozialist… ein alien-ähnlicher geist bei seinen fans… eine argumentationskeule bei seinen sogenannten nachfolgern…
da wird die schwachheit zur stärke erhoben; das versagen zum sieg; da widerspricht alles den täglichen lebenswirklichkeiten und geschichtlichen erfahrungen!

auch das habe ich als kind mit den freunden gemacht: vor der krippe in der st.-josefs-kirche gestanden und überlegt, wer wir in der szenerie sein möchten.
da waren maria und joseph, die engel, die hirten, dann die könige und schafe, ochse, esel.
wer wäre ich?
die magier, die mit wissenschaftlichen methoden nach der rettung suchen und damit bei den reichen und mächtigen anfangen?
die hirten, die grad nichts besseres zu tun haben und denen diese seltsame szenerie in ihrem stall eine willkommene ablenkung ist?
die engel, die als dienstbare geister des höchsten einfach ihren job machen?
maria oder joseph, dieses ausgelieferte und mittellose migrantenpaar ohne alternativen?
die schafe als getriebene und willenlose herde?
ochse oder esel?
dieses kind?

begreife einer diesen gott – dem purzelbaum-machen offenbar spaß macht, der versager zu siegern und feiglinge zu helden macht!
und ich?
mach mal – gott!
ich hab so sehnsucht nach purzelbäumen – ich trau mich nur nicht…

‘da sprach der engel: der herr ist mit dir. (…) fürchte dich nicht!’ – du kannst purzelbaum! mach mal!

ich esel!

aus dem lukasevangelium:

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ein mann muss tun, was ein mann tun muss

Veröffentlicht von Matthias Wolff am 16. Dezember 2011
Posted in: alltag ein - tag aus. Hinterlasse einen Kommentar

muss er das?
üblich sind gute vorsätze zum neuen jahr. hier einmal ein paar professionelle tips und angebote, wo Mann ansetzen kann…
na dann!

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