wo wohnst du?
seltsame frage an jesus im letzten sonntagsevangelium.
es findet sich ja auch wirklich nicht viel bis gar nichts privates über ihn in seiner biographie, der bibel.
eigentlich wie bei derrick. da erfuhr man auch jahrelang während der serie nie etwas über den privatmann. wo er wohnt, ob er ein wannenbad oder nur eine dusche hatte, wie und mit wem er lebt, ob und wie er liebt… nur immer büro, tatort und harry, der den wagen holte.
und jesus? auch so ein serienheld?!
immer unterwegs – hier eine podiumsdiskussion in einer synagoge – dort ein arbeitsessen mit pharisäern – eine schulung für seine anhänger – dann ein event ‘umsonst und draussen’ an einem see – eine heilung hier und ein wunder dort…
aber etwas über ihn privat, wo er wohnt? eher fehlanzeige.
gut, das hab ich schon auch früher gehört: jesus wohnt im tabernakel – diesen ‘goldschmiedebrotschrank’ in katholischen gotteshäusern; jesus wohnt in deinem herzen; jesus lebt in der gemeinschaft der glaubenden…
alles schön und gut. aber auch alles nur wie bei derrick, alles dienstlich!
nicht mal was, ob jesus abends nach so einem wundertag zum feierabend selbst gekocht hat; oder überhaupt, was sein lieblingsessen war; wie sein wohnzimmer aussah und welche musik er hörte; ob er gern ins kino, bzw. amphitheater ging und wer seine lieblingsdramatiker etwa waren; ob er hobbys hatte so als zimmermannssohn – vielleicht angeln…
da ist die frage dieser männer doch berechtigt. da ist doch verständlich, dass sie mehr google-mäßige info über den mann wollten, der behauptet, er sei der weg und dass man ihm folgen solle?!
seit über 30 jahren laufe ich diesem jesus nun nach und komme erst jetzt auf die frage: wohin eigentlich?
dazu fallen mir geschichten über ihn ein: bei maria und martha, die berufung seiner jünger, der besuch bei der schwiegermutter von petrus, der hauptmann von kafarnaum, ostern in jerusalem…
sehnsucht erwacht. sehnsucht mehr zu wissen, näher zu kommen. sehnsucht verdrängt die frage ‘wo wohnst du?’ durch die hoffnung auf ein ‘endlich ankommen – nach hause’.
wann sind wir da? diese alte kinderfrage…
reichlich ratlos hat das jahr begonnen. es hat mich innerlich unruhig gefunden.
wann bin ich endlich da? wann bin ich zu hause?
wo ist das? was ist das?
ankommen oder weiter?
wieder aufbrechen?
laufen, nachfolgen?
die serienhelden reiten an dieser stelle wohl in den sonnenuntergang.
oder sagen: harry, hol schon mal den wagen.
und was sagt jesus mir? dieses jahr?
zu dir oder zu mir!


ich ärgere mich immer wieder über autos, die abgesenkte bürgersteige an strasseneinmündungen zuparken. sogar wütend werde ich, wenn ich mütter mit kinderwagen an solchen stellen erlebe, denen dort der weg versperrt wird.
kannze purzelbaum? mach ma! – hätte der engel auch sagen können! hat er aber nicht, sondern überliefert ist die heimsuchung mariens anders bei lukas (Lk 1, 26-38).

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