ich ärgere mich immer wieder über autos, die abgesenkte bürgersteige an strasseneinmündungen zuparken. sogar wütend werde ich, wenn ich mütter mit kinderwagen an solchen stellen erlebe, denen dort der weg versperrt wird.
die strassenverkehrsordnung ist eindeutig: das parken an abgesenkten gehwegen ist verboten!
ich gehe jetzt mal davon aus, dass maria mir ihrem ersten kind diese probleme nicht hatte. vor der krippe in betlehem wird es keinen bürgersteig oder parkenden autos gegeben haben.
hätte aber!
gott vater hätte dann aber sicher wieder was gedreht! eine feuersäule oder das meer geteiltt… eine flut und ein boot für die junge familie. tricks hat er sich ja genug im laufe der geschichte einfallen lassen, um je neu zu versuchen, mit den menschen freundschaft zu halten.
wobei: gebracht haben die großen gesten ja alle nichts – auf dauer! da wirkt die geburt eines kindes in einem stall schon fast resigniert! ein kind als retter der welt? das ist eigentlich nicht mehr spektakulär! kein flammenschwert, keine flut mit hausboot, kein feuer, kein ersäuftes ägyptisches militär, kein manna…
diesmal nur ein mensch!
nur?
klar es gibt menschen, die z.b. ihr auto so lieben, dass sie ihm einen namen geben, mit ihm per du sind und es gegen jede frau mit kinderwagen bis zum letzten verteidigen würden; andere, die liebevollste beziehungen zu ihren handys, i-pods oder pc’s unterhalten…
auf- und anregender finde ich aber das zusammen-sein mit jemand mit haut und haaren!
ich hab oft schon gesimst: ‘ich hab sehnsucht nach dir’, wenn wir – also wir zwei – uns einige tage nicht gesehen haben.
einmal ist es meine sehnsucht nach dem einen liebsten menschen, das andere mal sehnsucht nach den anderen menschen, den freunden, mit denen ich zeit und leben teile.
andere machen mein leben reich und lebens-wert. freunde, mit denen ich mich austausche, mit denen ich lache, mit denen ich streite; die, denen ich leibhaftig begegnen, die ich sehen, hören und fühlen kann – zusammen sein!
wenn nicht, wächst sehnsucht.
wird gott darum mensch? aus sehnsucht, sehnsucht nach freundschaft mit mir? zusammen sein, damit ich bin?
gott schuf den menschen als sein abbild, sein gegenüber und du in der schöpfung. deshalb seine, deshalb meine sehnsucht nach freundschaft und dem du?!
was versucht gott nicht alles, um mir seine freundschaft klar zu machen: die eindrucksvollsten bilder und kulissen in der natur, meer, berge, blumen, essen, wein… die wundervollste kunst und musik… mein leben, meine talente meine fähigkeiten. mein spektakuläres leben im alltag (auch ohne feuersäule auf meinem balkon – ein sonneruntergang am strand von bray dunes genügt mir).
aber es scheint wie im alten testament: diese eindrücke sind nicht immer von dauer – bei mir.
gott wird mensch, weil er sehnsucht nach mir hat. gott wird mensch, weil der mensch die sehnsucht gottes ist.
sehnsucht – vielleicht liegen sich deshalb zu weihnachten die menschen besonders herzlich und viel in den armen?! weil in einem kleinkind gott seine unschuldige, unspektakuläre, unscheinbare, aber sehr zärtliche liebe, freundschaft und umarmung anbietet; weil wir uns zu diesem fest erinnern an seine und unsere sehnsucht?
keine feuersäule, keine bootstour! mit einer winzigkeit kommt gott in mein (manchmal beschissenes) leben: mit einem kind, klein und menschlich, mit (vollen) windeln und unfertig; in meinem freund, meinem nachbarn oder arbeitskollegen; mit einer zärtlichen umarmung des liebsten; unspektakulär und riesig klein.
alltäglich – wenn ich mal den weihnachtsrummel der jahrhunderte abziehe.
ich muss schon was besonderes sein, wenn gott sich so etwas ‘kleines’ für mich einfallen lässt.
gott hat sehnsucht nach dem besonderen – gottes sehnsucht ist der mensch!
gott hat echt phantasie – abgesenkte bürgersteige…
na dann! frohes fest!


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